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    <title>stories from Anderswo</title>
    <link>https://www.storiesfromanderswo.de</link>
    <description>Die Reisejournalistin Sandra Henderson schreibt über die wunderbare Erfahrung, woanders zu sein, Schönes zu finden, Fremdem zu begegnen.</description>
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      <title>stories from Anderswo</title>
      <url>https://irp.cdn-website.com/e8366ae3/dms3rep/multi/Sandra+Henderson_Torial.jpeg</url>
      <link>https://www.storiesfromanderswo.de</link>
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    <item>
      <title>Gion A. Caminada: Der Ortmacher</title>
      <link>https://www.storiesfromanderswo.de/caminada</link>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           An einem traumhaft sonnigen Oktobertag besuchen wir den visionären Baumeister Gion A. Caminada in Vrin, seinem Heimatdorf und architektonischen Freilandlabor. Seit mehr als dreissig Jahren wirkt er hier, gestaltete Wohnhäuser, Ställe, ein Schlachthaus, eine Sägemühle, eine öffentliche Telefonzelle und natürlich seine berühmte Totenstube «Stiva da morts». Sein Werk ist geprägt von der traditionellen Strickbauweise der Region, die er immer weiterdenkt, im eigenen Stil, variiert zu moderner Architektur. Die angestammte Methode bleibt: Stamm auf Stamm, übers Eck verzahnt und verstrickt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           GEPRÄGT VOM DORF UND VOM EWIGEN HINAUFGEHEN
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Berge und sein einfaches Leben im kleinen Bergdorf prägten Caminada als Kind und später als Mann, als Architekt, als Schweizer. «Ich bin als Bauernsohn hier aufgewachsen», erzählt er. «Die Beziehung zur Landschaft hat mich natürlich auch geprägt, meine Haltung. Dieses immerwährende Hinaufgehen. Immer Kühe. Knappheit an Ressourcen. Die Leute waren damals, als ich ganz jung war, sehr arm, und man hatte nur die Notwendigkeiten zum Leben.»
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Caminada lebt mit seiner Frau Giuseppa noch immer in Vrin. Einer seiner drei erwachsenen Söhne baut Architekturmodelle für ihn, ein weiterer ist Bildhauer und der dritte geht «irgendwo Richtung Textilien», erzählt der Vater. Er finde es in Ordnung, dass keines seiner Kinder Architekt werden wolle: «Das bleibt dann mit mir stehen. So muss es sein, klar.»
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           LEBEN UND ERFAHRUNG IM LOKALEN
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anstatt sich über die ganze Welt den Kopf zu zerbrechen, denkt Caminada lieber lokal. Es sei das Beste, sich auf die regionalen Wurzeln und Eigenarten zu besinnen und die Welt einzuladen, sich am Spezifischen zu orientieren. «Alles Wichtige geschieht im Lokalen», sagt er.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Mein Anspruch an Architektur ist, Nähe zu gewinnen zu den Dingen. Wir müssen wieder verstehen und darin sein".
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und die Welt kommt in das verschlafene Bergdorf, so wie wir heute, um zu sehen, wie der berühmt gewordene Bauernsohn dort mit unermüdlicher Denkkraft die traditionelle Strickbauweise neu interpretiert und so einen Ort schafft, in dem die Zeit nur scheinbar stehen geblieben ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Caminada sieht eine seiner Lebensaufgaben darin, sein Heimatdorf Vrin mit bedachter Architektur auch für die Zukunft lebenswert zu gestalten. Gleichzeitig reflektiert kaum ein anderer heimischer Zeitgenosse derart ehrlich über die Entwicklung des Lebensraums Schweiz – der Bergwelt ebenso wie auch des urbanen Raums.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn er ein neues Projekt beginnt, holt er zunächst weiter aus, denkt über die Architektur hinaus und denkt hinüber in die Philosophie, die Kunst, das Handwerk. Erst dann zügelt er sein Sinnieren und beginnt etwas zu gestalten, was man auch bauen kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           DIE NÄHE ZU DEN DINGEN
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Hier im Lokalen kann er die Nähe zu den Dingen erfahren. Eine Nähe zu den Materialien, zu einem Ort. Diese Unmittelbarkeit sei ihm enorm wichtig. Nur so könne er Orte schaffen, die Identität stiften. Und nur so kann seine Architektur Teil des Ortes werden, mitgeprägt von den Gepflogenheiten der Dorfbewohner.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Deshalb mag er Panoramafenster nicht: «Es geht nur um ein Bild, darum, etwas zu sehen. Es ergibt keinen Sinn», hält er fest. «Es stellt sich die Frage für mich, was kommt zurück? Resonanz, das ist für uns ein unglaublich wichtiger Begriff.» Das Panorama sei für ihn dafür viel zu weit weg von den Dingen. «Mein Anspruch an Architektur ist, Nähe gewinnen zu den Dingen. Wir müssen wieder verstehen und darin sein. Dass die Landschaft schön sei, das sagt ein Bauer nicht. Das sagt nur einer, der eine distanzierte Beziehung dazu hat.» Einer eben, der die Berge durch ein Panoramafenster betrachtet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/e8366ae3/dms3rep/multi/DSC04626.JPG" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf einen ihm eigenen Stil wolle er sich nicht festlegen lassen. «Es gibt keine Theorie dafür. Gute Räume schaffen, das ist eine Haltung, nicht eine Methode oder ein Thema», insistiert er. «Es gibt keine Methode, nur meinen Zugang zum guten Bauen.» Was ihn inspiriere? «Alles. Gefordert ist eine Urteilsenthaltung. Es braucht die entsprechende Wahrnehmung, und dann kann alles dich inspirieren.» Auch seine Studenten? Der Professor zögert. «Natürlich kommt von jedem etwas zurück», räumt er ein. «Wenn ich die Bereitschaft habe, etwas zu empfangen, kann ich durchs Dorf gehen und sogar von den Schafen etwas lernen.» Ob ein junger Geist wirklich so viel umwälzen kann, wie man ihm nachsagt, stellt er in Frage: «Ich denke, für Architektur muss man alt werden.»
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           «Es ist, wie es ist», eine Wendung, die Caminada während unseres Gesprächs immer wieder gebraucht. «Wenn man tatsächlich ganz nah dran ist an der Landschaft, ist es so, wie es ist. Sie kann schön sein, aber auch böse. Und das interessiert mich auch in der Umsetzung der Architektur.» Er erinnert sich an früher, als für die Bauern der Bezug zur Natur direkt und unmittelbar war: «Bis vor gar nicht langer Zeit gab es diesen Unterschied zwischen Natur und Kultur gar nicht.» Was im Laufe der Jahre radikal auseinanderdividiert worden sei, in Mensch, Natur, Tier, Stein, versuche er unter heutigen Bedingungen in seinen Projekten wieder zusammenzufügen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           CAMINADAS WALDHÜTTE IN EMS
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese Wechselwirkung zwischen Natur und Mensch zu bewirken, genau darum ging es Ca- minada bei der «Tegia da vaut», einer Waldhütte südlich der Gemeinde Domat/Ems in Graubün- den: «Der Blick ist nur in den Wald gerichtet», beschreibt er. «Ich bin extrem fokussiert auf die Bäume. Plötzlich sehe ich nur die Baumstämme. Das sind so Momente, da bist du eigentlich ganz, ganz konfrontiert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf der Lichtung einer kleinen Schafwiese gebaut, dient Caminadas Hütte als Bildungsstätte für Menschen in Waldberufen, sowie für Schulklassen und Gruppen. Die Baumaterialien gewann der Architekt in der unmittelbaren Umgebung. Seiner Überzeugung nach machen heimische Materialien den Kern einer differenzierten und standortspezifischen Baukultur überhaupt aus. Denn Differenz kann nur entstehen und bestehen, wenn es Abgrenzung gibt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aussen ist die Waldhütte in ein kurviges Schindel- gewand gekleidet. Die fast komplett verschlosse- ne Front und die Seitenwände der Hütte werden lediglich von kleinen Fenstern durchbrochen. Die zum Wald hin gerichtete Längsseite aber öffnet sich grosszügig zu den Bäumen hin.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fenster fassen den Blick derart ein, dass man nur einen Wald von Baumstämmen sieht. Die Natur aus der Nähe, so wie sie ist. Durch gutes Handwerk den Eigenschaften des Holzes Ausdruck zu geben, spielte von Anfang an eine grosse Rolle. Die weiche Oberfläche derWeisstanne schluckt Geräusche, wodurch sogar die gedämpfte Akustik drinnen der eines Waldes ähnelt. Das Material erhielt seinen angestammten Platz im Wald zurück.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           DIE NÄHE ZUR SCHAFWOLLE
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch Schafwolle verwendete Caminada beim Emser Projekt, für die Wärmedämmung und die Akustik: An der Decke lassen dünne, ineinander verwobene Holzstreifen Quadrate frei, durch die eine flauschige Schicht Schafwolle sichtbar wird. «Man sieht die Schafwolle an der Decke eins zu eins», sagt der Architekt. «Das Material hat eine Schönheit, das ist ein einfaches Beispiel, dort ging es sehr gut in dieser Waldhütte.»
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Nähe zum Material, die dem Architekten so viel bedeutet, kann er bei Schweizer Schafwolle ganz besonders spüren. «Wunderbare Akustik, wunderbares Material, das raumwirksam ist», beteuert Caminada. «Ich denke, das ist eine spannende Nische.» Gern würde er gemeinsam mit Swisswool Produkte aus Schafschurwolle erarbeiten, sagt er: «Man müsste schauen, dass es gut einsetzbar ist, meiner architektonischen Vorstellung entspricht.» Schafwolle sei ein unvergleichliches, natürliches Material für die Isolation, das man auch in Sicht lassen könne, weil es einfach schön sei. «Diese alchimistische Vorstellung, gerade die Veredlung eines bestimmten Materials, eines bestimmten Produktes, das ist schon interessant», führt er aus. Schafwolle stehe für ihn exemplarisch für das lokale Bauen. «Lokales Bauen heisst für mich nicht nur, das zu nehmen, was hier ist, sondern die Intensität, die drinnen steckt in diesen Dingen. Wie intensiv gehst du mit dem um?»
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ORTE SCHAFFEN IDENTITÄT
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um Nähe zu einem Material wie Schafwolle zu gewinnen, müsse er vor allem die Eigenschaften kennen. Was kann Schafwolle, was nicht? «Das muss man irgendwie erfahren», sagt er. Man könne nur identitätsstiftende Orte schaffen, wenn Produkte vor Ort hergestellt werden und dabei das Handwerk herausgefordert wird. Dadurch wird lokales Wissen aufgebaut, und es entsteht eine Bedeutung für die Bewohner vor Ort.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Lokale ist im Kern Differenz: «Etwas Wertvolles für mich in der Welt sind Differenzen. Die Fokussierung auf Schafwolle, auf Besonderheiten, die irgendwo an einem bestimmten Ort hergestellt werden», sagt der renommierte Baumeister. «Differenzen schaffen heisst für mich auch, die starken Identitäten oder die besondere Wirkung einer bestimmten Situation zum Ausdruck zu bringen oder zu stärken.»
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ERFAHRUNG VRIN: DIFFERENZ BRAUCHT DAS FAST-GLEICHE
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sitzen in einer kleinen Kammer im Obergeschoss des Alten Schulhauses in Vrin, wo sich Caminada sein Atelier eingerichtet hat. Er zeigt aus dem Fenster hinter sich. Von hier sieht er das ganze Dorf: «Das ist kein schlechtes Bild, oder?», fragt er, freilich rhetorisch. «Ich wollte nie einen Kontrast. Wenn ich jetzt einen Glaskasten da hineinsetzen würde, dann wäre das Dorf kaputt. Die Homogenität ist kaputt. Das ist eine ganz klare Hierarchie, mit der Kirche und den Häusern drumherum, das erträgt unglaublich vieles. Ich möchte eigentlich am Bestand weiterarbeiten, diese Kraft, diese Wirkung, die vorhanden ist, soll weiterhin Ausdruck bekommen.»
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das kontinuierliche Weiterdenken und Weitertragen mag er in seiner Arbeit. Eine seiner Gestaltungsthesen für das Dorf besagt, wie Bedeutung durch Verschiedenheit geschaffen werden kann: «Damit Differenz eine Wirkung hat, als das Spezifische in Vrin, braucht es ein gewisses Quantum des Fast-Gleichen. Die Dinge sind fast gleich, aber nicht kongruent.»
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Viele moderne Architekten im alpinen Raum wählen den Kontrast zwischen modernem Design und der bestehenden traditionellen Dorfarchitektur, um etwa ein herausragendes Statement in Beton und Glas zu erschaffen. Für Caminada sind das Alte und das Neue, das Traditionelle und das Moderne Gegensätze, die keine sind. «Man braucht das Alte, oder vielmehr die Reflexion auf das Alte, um die Werte weiterzutragen», erklärt er. «Es geht immer um die Gegenwart, um den Augenblick. Aber das schliesst ja das Vergangene nicht aus. Ich möchte nicht Alt und Neu gegenüberstellen, programmatisch. Damit hat man viele Dörfer zerstört.»
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf einen ihm eigenen Stil wolle er sich nicht festlegen lassen. «Es gibt keine Theorie dafür. Gute Räume schaffen, das ist eine Haltung, nicht eine Methode oder ein Thema», insistiert er. «Es gibt keine Methode, nur meinen Zugang zum guten Bauen.» Was ihn inspiriere? «Alles. Gefordert ist eine Urteilsenthaltung. Es braucht die entsprechende Wahrnehmung, und dann kann alles dich inspirieren.» Auch seine Studenten? Der Professor zögert. «Natürlich kommt von jedem etwas zurück», räumt er ein. «Wenn ich die Bereitschaft habe, etwas zu empfangen, kann ich durchs Dorf gehen und sogar von den Schafen etwas lernen.» Ob ein junger Geist wirklich so viel umwälzen kann, wie man ihm nachsagt, stellt er in Frage: «Ich denke, für Architektur muss man alt werden.»
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://irp.cdn-website.com/e8366ae3/dms3rep/multi/A+25660_1024px.jpg" length="283509" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Mon, 24 Jun 2024 13:13:30 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Wollhaus Oberzwirgi – Berghütte zum Woll-fühlen</title>
      <link>https://www.storiesfromanderswo.de/wollhaus</link>
      <description>Im urgemütlichen Wollhaus Oberzwirgi im Berner Oberland wohnen und schlafen Gäste rundum Wolle aus eigener Produktion.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Wollhaus Oberzwirgi im Berner Oberland in der Schweiz wohnen und schlafen die Gäste rundum in Schafwolle: Duvets, Teppiche, Kissen, Lampenschirme, Badezimmeraccessoires und sogar die Isolierung in den Wänden – alles aus dem behaglichen Schweizer Naturstoff.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wer erst einmal selbst in einem Schafwollduvet geschlafen hat, ist auf ewig bekehrt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meine Gastgeberin ist längst ins Tal zurückgefahren. Nun bin ich für ein paar Tage mutterseelenallein hier oben im Wollhaus Oberzwirgi am Eingang des wildromantischen Reichenbachtals. Meine einzige Gesellschaft sind acht Schafböcke, die draussen in einer eingezäunten Parzelle darauf warten, ihren Daseinszweck auszuleben: im Herbst Hunderte von Mutterschafen zu beglücken, sobald diese von der Gletscheralp zurückkehren werden, wo sie mit ihren Lämmern den Sommer verbringen. Ich solle mir keine Gedanken machen, hatte mich Ruth Brog beruhigt, wenn der schöne, braungefleckte Bock über den Zaun gesprungen komme, um mich zu begrüssen. Der neugierige Ausreisser springe bald wieder hinter die Einzäunung zurück. Und so geschieht es dann allabendlich. 
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Spätsommer wird es hier abends bereits sehr kühl. Ich sitze mit meinem Abendbrot – oder »Znacht«, wie man hier sagt – aus Baguette und Käse auf der schlichten Holzbank vor der Hütte, bis es stockdunkel und ungewohnt still wird. Zeit, den Schafböcken gute Nacht zu sagen. Drinnen im Wohnraum feuere ich den Pellet-Holz-Ofen an. Ich lege eine alte Schallplatte aus der Brog’schen Sammlung auf und kuschle mich mit einem Glas Rotwein in die selbstgenähten Schaffellkissen auf dem massgezimmerten Liegesofa. Das Holz für das in die Nische eingepasste Möbelstück wurde aus der Aussenwand herausgesägt. So entstand gleichzeitig das schmale, lange Fenster über dem Esstisch, das dort wiederum mehr Licht hereinlässt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/e8366ae3/dms3rep/multi/IMG_0663.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war einmal ein alter Stall …
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ursprünglich wurde Oberzwirgi Ende des neunzehnten Jahrhunderts als Stall gebaut und im Laufe der Jahre zu einem kleinen Wohnhaus erweitert. Nach jahrelanger Pacht erwarben Ruth und Heinz Brog das Haus 2003 und nutzten es als Wochenend- und Ferienhaus für die Familie. Das umliegende Land bewirtschafteten sie mit ihren Schafen und Eseln. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Im Sommer 2015 begann der Umbau zum heutigen »Wollhaus«, einem hübschen Schaukasten für die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten des Schweizer Naturstoffs Wolle. Ruth Brog und ihrer Familie war es dabei wichtig, fast ausschliesslich Wolle aus eigener Produktion zu verwenden. Die Wollhandwerkerin und ihr Mann stellen im Wollreich unten im Tal eine eigene Kollektion von Bettdecken und Kissen aus Schafwolle her. Zur Wollreich-Kollektion gehören ausserdem Wohnaccessoires, Filzpantoffeln, Peeling-Seife und andere Produkte aus Wolle.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Idee, die Alphütte Oberzwirgi zu einem Ferienhaus umzubauen, das rundum der Schafwolle gewidmet ist, kam aus einer einfachen Überlegung: Wenn Kunden nur Wolle innig erleben könnten, am eigenen Leib spüren, wie wohlig es sich in dem kraftvollen Material schläft und lebt … Ruth Brog ist sich sicher: »Wer erst einmal selbst in einem Schafwollduvet geschlafen hat, ist auf ewig bekehrt.« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jedes Detail erzählt von Schafen und Wolle
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf unserer Tour durch das Wollhaus, bevor sie mich allein hier lässt, erzählt mir die Gastgeberin leidenschaftlich von ihrer Vision für das Ferienhaus. Jeder Raum der zweistöckigen Hütte zeigt auf unterschiedliche Weise die Geschichte der Schafe, ihrer Wolle und deren unterschiedlichste Verwendungsmöglichkeiten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die gesamte Isolierung der Aussen- und Innenwände sowie des Dachs besteht aus Wolle. In der Wand im Flur ist ein kleines Fenster eingebaut, durch das man das Innenleben der Wände des Wollhauses sehen und anfassen kann. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Selbst die Badezimmeraccessoires sind hier aus Wolle gefilzt. Mehr noch, für die großflächigen Steinplatten im Badezimmer hat Ruth Brog die Umrisse der majestätischen Gipfel ihrer eigenen Schafalp gezeichnet und die Kontur aus regionalem Granit ausschneiden lassen. Das anthrazitfarbene Bergpanorama hebt sich nun kontrastiv von der weissen Wand ab. Nur eines der vielen kreativen Details, die das Wollhaus zu einem ganz besonderen Refugium machen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In der Küche, sagt Ruth Brog, habe sie selbstverständlich weniger mit Wolle arbeiten können. Dafür installierte die passionierte Hobbydekorateurin über der Küchenzeile moderne, quadratische Acrylbilder als eine Art Fliesenspiegel. »Das sind Fotos von unseren Schwarznasenschafen auf unserer Alp, mit dem Rosenlauigletscher im Hintergrund«, sagt sie. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Beim Weitererzählen lotst mich Ruth Brog von der offenen Küche in den Wohnraum. »Bei den Möbeln wollte ich natürlich auch sehr viel mit Wolle machen, um zu zeigen, dass es ganz viele unterschiedliche Wollarten gibt«, sagt sie und deutet auf die beiden Hocker aus Altholz vis-à-vis dem modernen, schwarzen Ofen. Die Sitze sind mit zotteligen, naturweissen Schaffellen überzogen. »Die Schwarznasenwolle ist typischerweise rau, aber für Wollaccessoires sehr geeignet, weil sie auch so schön aussieht«, sagt sie über die langhaarige Wollsorte. Bei Sitzflächen, auf denen man auch mal mit nackten Beinen sitzt, arbeitet sie deshalb lieber mit Merino, wie beispielsweise bei der Sitzgruppe um den Esstisch. »Da habe ich die Handweberei unten im Tal mit einbezogen«, berichtet die Wollexpertin und meint damit das Heimatwerk Haslital, das als Kennzeichen einen Stern auf seine Produkte setzt: »Der Haslistern, das ist für uns ein sehr altes Wollhandwerk, und ich arbeite eng mit den Leuten zusammen.« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sommer wie Winter ein Bergparadies
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Von der Balkontür aus schauen wir schliesslich dem Regen draussen zu. »Wenn man von hier aus weiter ins Tal hineinfährt, liegt dort ein Wanderparadies und die Gletscherschlucht«, beschreibt die Hausherrin. »Im Winter kann man mit dem Schlitten bis zum Haus fahren. Ausserdem gibt es viele Schneeschuhtouren, und man ist von hier aus schnell mit dem Auto im Skigebiet.« Das sei das Schöne an dieser Gegend: »Es gibt auf kleinem Raum ganz viel zu tun.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gute Nacht, schaf schön 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zu später Stunde mache ich mich über die schwebende Holzstiege hinauf in den ehemaligen Heuboden, wo im hinteren der beiden Schlafzimmer mein himmlisches Wollbett auf mich wartet: Die Bettdecken sind mit flauschigem Vlies aus 100 Prozent Schafwolle gefüttert. Ruth Brog hatte Recht: Dank der wärmeausgleichenden Eigenschaften der Schafwolle ist mir während der ganzen Nacht angenehm warm, aber niemals zu heiss unter dem Duvet. Auch die mit Wollkügelchen gefüllten Kopfkissen und das Lagerungskissen aus dem Wollreich fühlen sich traumhaft bauschig an, ohne zu beulen. Der Teppich und die Lampenschirme sind ebenfalls aus der hauseigenen Schafwolle gewebt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ruth Brog hatte mir erzählt, dass beim Umbau des Heubodens hinter dem Holz Zeitungen aus dem Jahr 1928 zum Vorschein kamen. Jetzt hängt in meiner Schlafkammer eine originelle Collage aus diesen gedruckten Artefakten, darunter auch ein Zeitungsartikel, der über die faulenzende moderne Frau lamentiert. Meine vergnüglich unzeitgemässe Nachtlektüre. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mystischer Morgen im Wollhaus 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich wache sehr früh auf. Die Morgenstimmung ist magisch: Dichter Nebel umhüllt das Wollhaus. Jenseits der Gruppe von Nadelbäumen, die ich unterhalb des Balkons noch ausmachen kann, verschwindet die Landschaft im weissen Schleier. Das Tal, die gegenüberliegende Bergkulisse, die wunderbare Aussicht auf das Skigebiet Hasliberg: alles gänzlich unsichtbar, weggezaubert von der Natur. Auch meine wollenen Compagnons sind im Nebel abgetaucht. Dem Gebimmel ihrer Halsglocken nach können die Böcke jedoch nicht weit sein. Der dichte Dunst lichtet sich den ganzen Tag nicht. Die perfekte Atmosphäre, um am loderndem Ofen zu schreiben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://irp.cdn-website.com/e8366ae3/dms3rep/multi/DSC00881-f93af8af.JPG" length="203641" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Mon, 04 Jul 2022 11:51:09 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.storiesfromanderswo.de/wollhaus</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Olaf Kitzig: Der Mutige</title>
      <link>https://www.storiesfromanderswo.de/olafkitzig</link>
      <description>Seven Pines Resort auf Ibiza, Schloss Roxburghe Hotel in Schottland, Indigo Berlin und Dresden oder die Hamptons by Hilton: Olaf Kitzig sitzt in der Provinz – und gestaltet Räume in aller Welt.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kitzig.com/seven-pines-hotels-resorts-ibiza-spain/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Seven Pines Resort
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            auf Ibiza,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kitzig.com/schloss-roxburghe-kelso-scotland/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Schloss Roxburghe Hotel
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            in Schottland,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kitzig.com/hotel-indigo-berlin/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Indigo Berlin
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            und
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kitzig.com/hotel-indigo-dresden/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Dresden
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            oder die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kitzig.com/hampton-by-hilton-international/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Hamptons by Hilton
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           : Olaf Kitzig sitzt in der Provinz – und gestaltet Räume in aller Welt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           “Ich versuche, Gäste mit meinem Interiordesign an der Tür abzuholen, ihnen das Gefühl zu geben, hier bist du willkommen“, sagt Olaf Kitzig.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In der Lobby des neuen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://7pines-ibiza.com/de/home" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Seven Pines Resorts
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            an der Westküste Ibizas kommen Gäste in einer Lounge-Landschaft an, zu der ein Velourledersofa sowie gigantische Ledersitzkissen gehören. Das neue Resort soll die Landschaft und die Natur Ibizas reflektieren. Fernab der Partystrände verkörpert das Seven Pines am Rande eines Pinienwalds eine ruhigere Seite der spanischen Urlaubsinsel.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Ich versuche, Gäste mit meinem Interiordesign an der Tür abzuholen, ihnen das Gefühl zu geben, hier bist du willkommen".
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Hinter dem 5-Sterne-Resort steht die Düsseldorfer
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://12-18.com/de/home" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           12.18. Unternehmensgruppe
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , die das Seven Pines zu einer internationalen Hotelmarke entwickeln will. Die Hotelvisionäre verwandelten das bestehende All-Inclusive- Feriendorf in 186 moderne Luxussuiten. Die öffentlichen Bereiche wurden neu gebaut. Kitzigs Unternehmen, Kitzig Interior Design, entwickelte die Lobby, das Pure Seven Spa mit Yoga- und Fitnessstudio sowie die Restaurants Cone Club und The View, unmittelbar an der Klippe. Kitzig, der bereits mehrere Projekte für 12.18. realisierte, entwarf auch die Außenbereiche: „Wir haben die Innenarchitektur quasi nach außen gedreht, weil das Leben auf Ibiza mehr draußen als drinnen stattfindet.“ Darüber hinaus ließ Kitzig sich bei der Innengestaltung davon inspirieren, was die Region hergibt: die Felsinsel Es Vedrà, das Mittelmeer, Algen und Fische. So besteht die Wandtäfelung hinter der Rezeption beispielsweise aus vielen kleinen Messingelementen: „Die Wand mit dem Seven-Pines-Logo ist schlussendlich ein Fisch; modern interpretiert, sodass man erst auf den zweiten Blick merkt, dass das Schuppen sind.“ Statt plakativem Storytelling möchte Kitzig mit seinem Design subtiler von der Insel erzählen. Kontraste und überraschende Elemente haben sich als Kitzigs Handschrift etabliert. Dabei geht der Interiordesigner kreativ und analytisch vor.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/e8366ae3/dms3rep/multi/IMG_2459.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ursprünglich stammt Kitzig aus einer Gastronomen-Familie, sein Vater war Koch. In seiner Jugend verbrachte er viel Zeit in der Küche. Nach westfälischer Familientradition sollte auch seine Zukunft am Herd liegen. „Ich finde aber nichts unerotischer, als Filet zu braten“, so Kitzig. Stattdessen findet er heraus, dass es ihm Freude bereitet, die Teller zu garnieren. Außerdem entdeckt er bereits als Kind eine Leidenschaft für Textilien und Mode. Seine Großmutter brachte ihm das Nähen bei. Auch Räume und Farben reizen ihn seit jeher. Mit 16 Jahren zog Kitzig aus und machte bei einem Restaurateur eine Ausbildung zum Maler und Lackierer. Hauptsache, er muss nicht Koch werden. Hat Kitzig Mut? „Ich glaube, das ist einer meiner größten Fehler. Ja. Ich habe Mut. Immer schon.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Während seiner Lehrjahre lernte Kitzig vieles, worauf er bis heute zurückgreift; von Blattvergoldung bis zu Messedesign. Während seiner Zeit auf Malta importierte und restaurierte er Antiquitäten. Im Zivildienst inspirierte ihn die Herausforderung, Farben und Formen behindertengerecht zu gestalten. Er arbeitete als Schaugewerbegestalter auf der Düsseldorfer Kö, anschließend war er im internationalen Möbelhandel und später als Einrichtungsfachberater unter anderem in London, Canterbury und Georgia tätig. Hauptsache, nicht Westfalen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vor 20 Jahren kehrte er schließlich zurück und machte sich mit ein paar Tausend Mark als Interiordesigner selbstständig. In einer alten Scheune in Lippstadt, mit großem Zeichenbrett, dafür ohne Heizung. Mittlerweile steuert er von seinem Büro aus Innenarchitektur- und Architekturprojekte in aller Welt, am liebsten Hotels. Sein Unternehmen Kitzig Design Studios – dazu gehören Kitzig Interior Design, Kitzig Identities und Kitzig Details – beschäftigt rund 80 Mitarbeiter an den vier Standorten Lippstadt, Bochum, München und seit neuestem Düsseldorf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/e8366ae3/dms3rep/multi/IMG_2469.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Freiheit beim Entwerfen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Neunzig Prozent der Entwürfe kommen noch immer aus seiner Feder. Materialien haben für ihn einen hohen Stellenwert, sodass Kitzig seit 2017 eigene Textilien, Teppiche, Tapeten und Möbel entwickelt. „Die Möbel entwerfe zu hundert Prozent ich“, sagt er. Was bereitet ihm die meiste Freude am Möbelentwerfen? „Die Freiheit“, antwortet er und fügt hinzu: „Man kann noch mehr auf Details eingehen und das macht ein Konzept rund, gefälliger und einzigartig.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein richtungsweisender Schub auf dem Weg zum internationalen Designstudio kam für Kitzig, als er für Accorhotels ein Dutzend Häuser in Russland entwarf. „Der Wendepunkt für uns war, auf einmal intensiv im Ausland zu arbeiten“, sagt er. „Zu verstehen, wie Menschen in anderen Ländern bauen und auf Architektur reagieren, das ist anstrengend, aber das ist Leben pur. Und die Projekte in Russland waren erst der Anfang.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zurzeit arbeitet Kitzig wieder an einem Projekt im Ausland, wieder mit 12.18.: Die Modernisierung und Erweiterung des historischen Schloss Roxburghe Hotels in der schottischen Grafschaft Roxburghshire, an der Grenze zu England. „Schottland ist traumhaft. Landschaftlich völlig unberührt, es ist irre“, ist der Designer begeistert. „Das Schloss ist von innen so schön, das müssen wir nur auf einen aktuellen Stand bringen, um die Qualität zu erhalten“, so Kitzig zu seinem Konzept für das Haupthaus. LED-Beleuchtung soll die Stuckarbeiten wie Kunstwerke in Szene setzen. Insgesamt 40 verschiedene Textilien unterstreichen den historischen Charme. In der nächsten Phase entsteht noch ein Anbau mit 60 Zimmern, Spa und Tagungsräumen. Und nach dem Bau von 60 weiteren luxuriösen Cottages wird das Luxushotel mit Golfplatz ingesamt 312 Betten haben. „Im Neubau wollen wir mit Emotion die Kombination aus klassisch und modern schaffen“, sagt Kitzig. Die Sportangebote ringsum haben die Gestaltung des Hauses beeinflusst: „In der Gegend kann man Golfen, Jagen, Wandern, und abends in stilvollem Ambiente toll essen“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kitzig ist ein Kopfarbeiter. Er reist viel, er reflektiert viel. Besonders Mode inspiriert den Designer, der sich gern ausgefallen kleidet – manchmal im selbstentworfenen Sakko, meist im aufgeknöpften Hemd. Vor einem neuen Projekt schaut er sich lieber die neue französische Mode an, als das Hoteldesign von Kollegen. „Mode bietet mir einen größeren Input.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Design sei für ihn immer ein Spiegel der Zeit, der Kultur, der politischen Situation am Standort. Deshalb faszinieren ihn Gesellschaftsstudien: „Ich bin kein Philosoph, aber wie entwickeln wir uns? Wonach gelüstet es uns? Und warum wollen wir das im Moment? Dieser Wandel beeinflusst die Innenarchitektur. Die Gesellschaft macht das Design“, so der Westfale.
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           100 Hotels gestaltet
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zirka 100 Hotels hat Kitzig bis dato entworfen. Zu den Highlights gehört das Hotel Indigo Berlin, das die Hotelgruppe IHG Anfang des Jahres eröffnete. Er gestaltete das 900 Quadratmeter große Boutique-Hotel mit 118 individuell eingerichteten Zimmern und einer spektakulären Rooftop-Bar. Inspiriert von der Street-Art der East Side Gallery will Kitzig im Industrial-Style die Geschichte der Nachbarschaft erzählen – mit derben Materialien wie unverputzten Backsteinwänden, Ledersesseln oder Dekoration aus Schwemmholz. An der Rezeption steht mitten im Raum ein Stück Berliner Mauer. In der Lobby schreiben überdimensionale Letterskulpturen „ICKE“. Hier ist man Berliner.
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Januar öffnete außerdem das Hotel Indigo Dresden mit 132 Zimmern. Auch dort bestimmen Gegensätze Kitzigs Design: Barockelemente treffen auf Industrie-Charme. Das Muster des Fischgrätparketts in dem geschichtsträchtigen Altbau zieht sich durch das gesamte Design des Boutique- Hotels. Es geht zum Beispiel im Restaurant an den Wänden weiter. Außerdem spielen die unverputzten Ziegelwände auf die raue Seite des Dresdner Industriegeländes an.
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für Hampton by Hilton wurde Kitzig Interior Design jüngst mit der Markenneuentwicklung für Hampton by Hilton beauftragt. Dafür schuf das Büro gerade ein Konzept für Hotels in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. „Neu ist dabei, dass die öffentlichen Bereiche verschmelzen“, so Kitzig. Ohne Türen gehen Co-Working-Plätze, Lounge, Bar und Meeting-Spaces offen ineinander über. Die Zonierung erfolgt nur über Tapeten, Stoffe und Teppiche, die bestimmte Flächen bewußt hervorheben. Das Farbkonzept – Kitzig nennt es Feel-Good-Farben – und das Zoning werden dann künftig lokal auf die Häuser abgestimmt.
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  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Er ist ständig „on“
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wie sieht es bei den vielen Projekten mit der Work-Life-Balance aus? Das sei so eine Sache, gibt Kitzig zu. „Ich bin ein großer Freund von Life, das muss nicht unbedingt in Balance sein.“ Allerdings gesteht der Designer: Da sich sein Werdegang aus seinen Leidenschaften zusammengeknüpft habe, mache er nichts, ohne „on“ zu sein, und ohne zu arbeiten. Er sei immer der eine Mensch, allerdings mit vielen Facetten. „Ich entwerfe im Kopf, das ist Fluch und Segen zugleich. Als kreativer Mensch setze ich mich nicht einfach hin und entwerfe. Die Ideen sprudeln oftmals aus mir heraus, während ich mit Alltag beschäftigt bin.“ Bringt er ein Design zu Papier, so zeichnet der 47-Jährige nur mit dem Stift, nicht am Computer. Trotz vieler Projekte steht Kitzig gern selbst auf der Baustelle: „Staub, Dreck, finde ich super.“
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Privat geht Kitzig als Vater mit derselben Kompromisslosigkeit vor wie als Designer. Er ist präsent und stets „on“. Seine Söhne (6 und 12) hätten ihm ein neues Gefühl dafür gegeben, was wichtig und was unwichtig ist. „Für meinen 6-jährigen Sohn geht die Welt unter, wenn bei seinem Playmobilmännchen der Kopf abbricht. Das zeigt so schön, wie relativ alles ist.“
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  &lt;/p&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dieser Artikel erschien ursprünglich in Pint in
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      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://sandralhenderson.com/wp-content/uploads/2024/06/ahgz_hoteldesign-2019.pdf" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Ausgabe 01/2019 von HOTELDESIGN
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  &lt;/p&gt;&#xD;
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      <pubDate>Thu, 04 Jul 2019 09:05:27 GMT</pubDate>
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